Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2013 #2

Teil 2: Meine Kochbuch-Entdeckungen

Letztes Mal hatte ich über die allgemeinen Trends berichtet. Heute kommt der zweite Teil meines Berichtes über die Frankfurter Buchmesse, diesmal über neue Kochbücher. Trotz wenig Neuem, konnte ich dennoch den einen oder anderen interessanten Titel finden.

Vielleicht lag es ja am herbstlichen Wetter und einer gewissen Sehnsucht nach Reisen und bunten fröhlichen Farben. So fielen mir vor allem Bücher auf, die die Küche von fremden Ländern darstellten. Vor allem interessierte mich diesmal die indische Kochkunst, die dieses Jahr mit der orientalischen Küche einen besonderen Platz in den Regalen hatte.

Indisch kochen

Ich hatte schon erwähnt, dass “vegetarisch essen” der vielleicht stärkste Trend bleibt. Und Indien hat eine sehr lange vegetarische Tradition. Die fleischlosen Gerichte sind genussvoll und aus meiner Sicht besonders spannend – ähnlich auch wie in der orientalischen Küche -, weil Gewürze dem einfachsten Gemüse das gewisse Etwas verleihen.

indische vegetarische Küche1.So fiel meine erste Wahl auf “Anjum’s indische vegetarische Küche”, erschienen im Dorling Kindersley Verlag. Die Autorin Anjum Anand, die in der Schweiz und England aufgewachsen ist, hat bereits einige Bücher über die Küche ihres Heimatlandes verfasst. Unter anderem ein Buch über die Ayurvedische Küche.

Das Interessante aus meiner Sicht bei diesem neuen Buch ist ihre moderne zeitgemäße Interpretation traditioneller Rezepte. Ich würde die Rezepte als cosmopolitisch bezeichnen, mit Einflüssen aus anderen Ländern. Das Buch ist wunderbar farbenfroh und enthält tolle kreative, sehr appetitmachende Rezepte.

Zum Beispiel Halloumi mit Kräuterkruste und Feigen-Pistazien-Chutney, Granatapfelsoufflé mit Rosen-Himbeer-Creme, Tandoori- Kartoffeln mit Kräuterjoghurt; Zucchini Carpaccio mit Kichererbsensalsa und Pistazien Dressing oder Mangosalat mit gegrilltem Paneer und Ingwerdressing. Muss ich etwas hinzufügen…??? Eine unglaubliche Vielfalt an Aromen.

indische Küche2. Meine zweite Wahl fiel auf das Buch: Die indische Küche”, von Kumar und Suba Mahadevan, erschienen im Christian Verlag.

Das wunderschöne Cover aus Stoff im typischen Indian Style stimmt bereits auf die vielfältigen bunten Gerichte ein, die nach den fünf Geschmacksrichtungen salzig, bitter, süß, sauer und würzig sortiert sind.

Wie in dem anderen Buch fand ich hier überraschende raffinierte Rezepte wie Kebab aus Entenbrust in Orangenmarinade mit frischem Pflaumenchutney – Ente à l’orange Indian Style? -, Salat mit Kichererbsen, Kokosnuss und fritierten Kürbisblüten, Hähnchen mit Koriander und Minze mit Cashewkernen oder süßem Rote-Bete-Pudding. Geschmacksexplosion für den Gaumen.

Diese zwei Kochbücher helfen bestimmt, den eher grauen Winter in Deutschland zu überbrücken oder sollte ich eher überleben sagen?

Kulinarische City-Tours

Der Trend zu kulinarischen City-Tours, der aus den USA nach Europa rübergeschwappt ist, spiegelt sich in neuen Titeln wider, die eine Mischung aus Reiseführern, “kulinarischen Reiseführern” bzw. Kochbüchern sind.

Ich hatte bereits solche Bücher in Frankreich entdeckt, jetzt scheint auch Deutschland auf den Geschmack gekommen zu sein.

Zwei Neuerscheinungen zu diesem Thema fand ich gleich bei dem GU Verlag, den ich sonst in die Kategorie Verlag für eher “nüchterne und sachliche Kochratgeber” einordne.

3. Indische Küche in LondonDas eine passt zu dem vorherigen Thema: Indische Küche in London, von Gabriele Gugetzer. London hat bekannterweise eine große indische Gemeinschaft und die indische Küche bietet eine willkommene Zuflucht, wenn man auf die typisch englische Pub-Küche verzichten möchte.

In dem Buch geht es um Spaziergänge in diversen Stadteilen Londons, mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Imbissen etc. Interviews von Köchen und Gewürzhändlern aber auch Adressen von witzigen indischen Sari – oder Schmuckläden, sowie Rezepte zum Nachkochen.

Alles sehr schön liebevoll illustriert und eine City-App gibt es noch dazu.

Weinbars in Venedig4. Ein ähnliches aufgemachtes Buch gibt es im gleichen Verlag über Venedig und seine traditionellen Weinbars: “Weinbars in Venedig”, von Beat Koelliker und Cornelia Schinharl.

Auch in diesem Buch gibt es interessante Tipps und Rezepte für zu Hause und eine City-App.

 

Kochen wie die Promis

Zum Schluss möchte ich das neue Buch von einem meiner Lieblingsautoren, Jamie Oliver, erwähnen. Nicht dass dieses Buch von den Rezepten her brandneu wäre – Aber weil Jamie, wenn es um Koch- und Essensthemen geht, immer wieder Pionierarbeit leistet und wieder konsequent seinem Publikum zugehört hat.

5. Der Titel heißt ” Cook Clever mit Jamie “, Günstig einkaufen – Bewusst essen – Alles verwerten erschienen im Dorling Kindersley Verlag. Ich konnte leider keinen Blick hineinwerfen, weil das einzige englische Exemplar bereits verkauft war – die deutsche Fassung soll im November in die Buchhandlungen kommen -.

Aber vom Titel und von der Beschreibung her handelt es sich dabei um Rezepte, die “günstig” und gesund sind. Und vor allem gibt es  Thema für Thema ein “Hauptgericht”, dessen Reste man in unterschiedlichster Art restlos verwerten kann. Voll im “No Waste” Trend also.

Soweit also zu meinen persönlichen Favoriten. An dem letzten Tag der Messe kann man auch die Bücher kaufen und die Versuchung  war groß. Ich habe auch tatsächlich etwas nach Hause mitgebracht, allerdings kein Kochbuch. Aber es hat trotzdem ein bisschen mit dem Thema meines Salons “Der Geist- und Gastraum” zu tun. Mehr dazu verrate ich in meinem nächsten Artikel.

Alle Informationen auf einem Blick

Anjum Anand: Anjum’s indische vegetarische Küche, Dorling Kindersley Verlag 2013, ISBN: 978-3-8310-2438-4

Kumar und Suba Mahadevan : Die indische Küche, Originalrezepte aus dem Land der Gewürze, Christian Verlag 2013,
ISBN: 978-3-86244-379-6

Gabriele Gugetzer: Indische Küche in London, kulinarische Spaziergänge und Originalrezepte, ( GU Kulinarische Entdeckungsreisen ), Gräfer und Unzer Verlag 2013, ISBN:
978-3-833834059

Beat Koelliker und Cornelia Schinharl: Weinbars in Venedig, kulinarische Spaziergänge und Originalrezepte, ( GU Kulinarische Entdeckungsreisen ), Gräfer und Unzer Verlag 2013, ISBN: 978-3-833834042

2 Gedanken zu “Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2013 #2

  1. Herzlichen Dank liebe Francoise für deine Entdeckungen :-) . Tatsächlich ist Anjum Anands Ayurveda Kochbuch das einzige, das ich derzeit in diesem Sektor empfehlen kann. Und zwar aus denselben Gründen, die dir bei ihrem indischen Kochbuch so gefallen, der gelungene Transfer in unsere europäischen Esstraditionen. Das Clever Cooking werde ich mir bei nächster Gelegenheit ansehen.
    Genussreiche Woche wünsch ich dir :-)

    • Liebe Daniela, ja ich finde diesen Transfer sehr wichtig, so wie du es auch in deinen Kochkursen anbietest, so lassen sich auch die Rezepte gut in den eigenen alltäglichen Essgewohnheiten integrieren.
      Auch eine genussreiche Woche für dich!

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