Knackige Geschichten und delikate Rezepte rund um das Frankfurter Würstchen

Über das Buch „Frankfurter Würstchen“ von Konstantin Kalveram

Titelbild Frankfurter Würstchen

Ein Interview mit Andreas Eggenwirth, kulinarischer Ideengeber des Buches „Frankfurter Würstchen“ von Konstantin Kalveram.

Es wurde schon Einiges über die knackige Berühmtheit aus Frankfurt geschrieben, die in der ganzen Welt  geschätzt ist – allerdings meistens in Begleitung von Senf oder als Suppenbeilage-. Das Buch von Konstantin Kalveram, das Ende letzten Jahres erschienen ist, möchte der Spezialität eine besondere Ehre machen und sie wieder von ihrer besten Seite zeigen: als Delikatesse, wie sie einst in den Salons dieser Welt serviert wurde.

 „ Frankfurter Würstchen“ erzählt daher nicht nur Interessantes und Kurioses über die Geschichte und Herstellung des Brühwürstchens, sondern ist ein „Lese- und Genussbuch“, indem auch klassische und außergewöhnliche Rezepte zu finden sind.

Ich wollte mehr wissen, was in dem Frankfurter Würstchen und in dem Buch steckt und traf mich mit Andreas Eggenwirth, der mit viel Kreativität die Rezepte für das Buch entwickelt hat.

Andreas Eggenwirth

Andreas Eggenwirth

Andreas Eggenwirths Passion sind  erstklassige Lebensmittel, deren Zubereitung und das Weitergeben dieser Passion. Als ausgebildeter Koch und Restaurantfachmann ist er Inhaber der Genussagentur „GourmetConnect“ in Frankfurt. Außerdem gründete er das  Slow Food Convivium in Frankfurt, ist Mitglied in der Gastronomischen Akademie Deutschland ( GAD ) und leitet ehrenamtlich die Projektgruppe „Juniorköche Deutschland“.

Françoise : Herr Eggenwirth, was ist eigentlich ein echtes Frankfurter Würstchen?  Und was macht es so besonders, dass man ihm ein ganzes Buch widmet?

Andreas Eggenwirth: Ein echtes Frankfurter Würstchen wird ausschließlich aus fein gecuttertem Schweinefleisch und weiteren Zutaten hergestellt. Den besonderen Knack erhält das Würstchen durch den Saitling, einer der zur Zeit teuersten und feinsten Naturdärme vom Kalmückenschaf. Das „Original“ muss im Wirtschaftraum Frankfurt produziert worden sein und wird als „Pärchen“ vertrieben.

Das „Frankfurter Würstchen“ ist weltweit der berühmteste kulinarische Botschafter unserer Stadt.

Françoise: Es gibt ja bereits einige Bücher über das Frankfurter Würstchen, was ist an diesem Buch anders?

Andreas Eggenwirth: Dieses Buch eröffnet dem Leser ein Fenster und lässt hereinschauen in die Arbeitswelt der Metzger im Mittelalter. Es beschreibt die Entwicklung der Frankfurter Bratwurst, wie sich diese, ausgehend von einfachsten Produktionsmethoden über die Technisierung, zum heutigen Frankfurter Würstchen entwickelt hat. Auch wird der Weg zum heute noch bestehenden Weltruhm wunderbar beschrieben und der Unterschied zum Wiener Würstchen erklärt. Als Gegensatz dazu habe ich den Versuch unternommen, Rezepte für alltagstaugliche Gerichte zu entwickeln. Etliche Gerichte haben das Prädikat „Kindertauglich“ erhalten, was soviel bedeutet, dass diese auch mit Kindern nachzukochen sind. Wichtig ist für mich, dass alle Zutaten im Lebensmitteleinzelhandel oder auf Wochenmärkten erhältlich sind.

Françoise: Sie haben alle Rezepte für das Buch kreiert. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Andreas Eggenwirth: Wir lassen unser so berühmtes „Frankfurter Würstchen“ im unteren Drittel des Speisenangebotes auf dem Pappteller mit Senf und vielleicht noch mit Kartoffelsalat stattfinden. Diesen Zustand zu ändern, hat mich als einen slowfood infizierten kreativen Koch gereizt. Nur über das Kochen entsteht für mich eine regionale Esskultur.

Françoise: Wie viele Rezepte sind es geworden und welche Art von Rezepten, denn ich habe gehört, es sind nicht nur deutsche Gerichte sondern auch internationale? Das klingt ungewöhnlich und macht natürlich neugierig.

Andreas Eggenwirth: Für dieses Buch habe ich im ersten Anlauf sechszehn Rezepte beigesteuert. In meinen Überlegungen suchte ich geschmackliche Verbindungen zu Gerichten oder Produkte aus anderen Kulturen und habe diese auch gefunden. Ausgangspunkt  war das fein geräucherte Schweinefleisch mit dem berühmten Knack. Wie beispielsweise ganz klassisch, die “Frankfurter klare Kartoffelsuppe” , der “Frankfurter-Krautwickel”oder eher international „Frankfurter Würstchen im Reisblatt“, oder das „Würstchen-Carpaccio“

Françoise: Verraten Sie unseren Lesern  zum Schluss, welches Ihr persönliches Lieblingsrezept ist und warum?

Andreas Eggenwirth: Am liebsten tobe ich mich bei den Snacks, wie den Frankfurter Deckelchen und den Knusperwürsten aus. Hier entstehen für mich spontan die schönsten Kreationen, die dann auch Hauptgerichte werden können.

Vielen Dank, Herr Eggenwirth, für das Interview. Ich bin ganz begeistert, was man alles mit dem Frankfurter Würstchen zaubern kann.

Von dem Autor Konstantin Kalveram hatte ich übrigens im Juli bereits ein anderes spannendes Buch vorgestellt „Kartoffel, Fisch und Federvieh“. Hier können Sie die Rezension lesen.

 

Konstantin Kalveram: Frankfurter Würstchen, Verlag Henrich Editionen 2012, ISBN: 978-3-943407-06-8

Foto: Henrich Druck + Medien GmbH

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