Ein Kuchen für die drei Könige

Die Galette des Rois

Galette des Rois

Mit der Schlemmerei sollte es jetzt vorbei sein? Noch nicht. Denn es gibt in Frankreich in dieser Zeit eine letzte kulinarische Tradition: die Galette des Rois, einen Kuchen, der am 6. Januar zum Fest der Heiligen drei Könige serviert wird. Aber auch die Tage davor und danach.

Die Galette ist ein runder flacher Kuchen aus Briocheteig mit kandierten Früchten oder in ihrer bekanntesten Form aus Blätterteig, gefüllt mit einer „frangipane“, einer Mandelcreme. Das Interessanteste daran ist aber nicht ihr Geschmack, auch nicht ihr Ursprung oder der religiöse Hintergrund.

Das Aufregendste versteckt sich in ihrem Inneren: eine „fève“, die in die Füllung eingebacken wird. Diese dicke Bohne – daher der Name – wird heutzutage meistens durch kleine Porzellan-Figuren ersetzt. Das Essen der Galette wird dann zum besonderen Ereignis, weil die Person, die diese fève in ihrem Stück findet,  zum König oder zur Königin des Tages gekrönt wird. Mit einer Papierkrone, aber immerhin! Und sie darf ihren König oder ihre Königin auswählen.

Das Aufteilen des Kuchens an sich folgt auch einem ganz eigenen Ritual. Als Kind habe ich es sehr lustig gefunden. Ein Mitglied der Familie musste sich unter dem Tisch verstecken, um mögliche Schummeleien auszuschließen. Meine Mutter teilte die Galette auf und rief für jedes Stück: „für wen?“. Und so ging es Stück für Stück weiter.

Gestern gab es bei mir zu Hause auch eine Galette. Ich habe sie nicht selber gebacken, sondern diesmal bei  ” la Maison du Pain“ in Wiesbaden gekauft. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen von ihrem Aussehen enttäuscht war, dafür war die Mandelfüllung aber lecker. Ich bin übrigens Königin geworden…zumindest für diesen einen Tag.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>