Rückblick aus der Frankfurter Buchmesse Teil 2

Neuer kulinarischer Lesestoff

Messe Tisch Gemüse

Letzte Woche, vom 10. bis 14. Oktober fand die Frankfurter Buchmesse statt. In meinem letzten Artikel  hatte ich versprochen, Ihnen meine Kochbuch-Favoriten  vorzustellen.

Es gab so viele interessante Erscheinungen, dass mir die Wahl besonders schwer gefallen ist. Heute also eine kleine Auswahl der Titel, die auf meiner Hitliste gelandet sind.

Vegetarisch kochen

An dem Thema „vegetarisch essen“ konnte man 2012 nicht vorbeikommen. Und tatsächlich fand ich einige Exemplare, die meiner Vorstellung von genussvollem Essen wirklich entsprachen.

Gemüse-KochbuchAuf meinem Platz 1 steht das neue  „Gemüse-Kochbuch: Rezepte für alle Jahreszeiten“  von Matt Wilkinson. Es handelt sich zwar nicht um ein rein vegetarisches Kochbuch, dennoch spielen 24 Gemüsesorten eindeutig die Hauptrolle.

Jedes Gemüse erhält ein eigenes Kapitel mit Informativem rund um Anbau und Verarbeitung, sowie drei bis vier kulinarische, kreative Interpretationen davon.  Zum Beispiel: Blumenkohl mit Räucherlachs, Erdbeeren und Basilikum; oder Radieschen-Salat mit Feigen, Walnüssen und Roquefort oder noch Kürbis-Möhren Gemüse mit Kapern-Rosinen-Dressing.

Hier werden das Gemüse und die Rezepte auch besonders schön in Szene gesetzt, mit liebevollen Illustrationen und tollen Bildern, die sehr authentisch und natürlich wirken, als ob das Gemüse gerade frisch geerntet und direkt zubereitet wurde. Ein sehr inspirierendes Buch, bei dem ich mir auch vorstellen kann, dass es auch bei „Nicht-Vegetariern“  die Lust auf Gemüse wecken kann.

Green BoxAuf Platz 2, was mich selbst überrascht,  setze ich  „Greenbox“ von Tim Mälzer, übrigens auch erhältlich für das iPad. Ich muss gestehen, ich bin kein Fan von Tim Mälzer. Ich finde ihn sehr sympathisch, ich bevorzuge jedoch das „Original“ Jamie Oliver.

Aber dieses Buch ist wirklich so spannend, dass ich es mir bereits gekauft habe.  Das Buch enthält frische kreative und alltagstaugliche Rezepte, darunter „neue“ Klassiker und viele Cross-Over Gerichte und ganz spannende Aromen- und Geschmackskombinationen: Zum Beispiel Kichererbsen-Fenchel-Salat mit Aprikosen und Orangen, Gekühlte Paprikasuppe mit Melone, Topinambur-Linsen-Salat, Steinpilze mit weißem Bohnenpüree, Spinat und Haselnuss-Vinaigrette.

Ein echtes Plus finde ich die interessanten Informationen zu Begleitern und Veredlern wie Salsa, Salzen, Brösel-Variationen, Nüssen und Kräutern, die jedem noch  so banalen Gemüse im Handumdrehen das gewisse Etwas  und den nötigen Pfiff geben. Alles auch sehr schön fotografiert und illustriert sowie übersichtlich sortiert nach Schwierigkeitsgrad, Saison, Gemüsesorte, Zubereitungszeit.  Ein Buch, das zeigt, dass sogar Gemüse kochen und essen gute Laune machen kann.

Beide Bücher sind perfekt zum Lesen, Schmökern, Inspiration holen und natürlich zum Nachkochen und Genießen. Und alles Andere als langweilig.

Französisch kochen

Die Küche meiner Heimat bleibt weiterhin beliebt: Grund genug also, um sie wieder ins Rampenlicht zu rücken.

Rachel KhooIn den Regalen des Dorling Kindersley Verlages fand ich „ Paris in meiner Küche: 120 fabelhafte Rezepte für jeden Tag“ von Rachel Khoo.  Die in Frankreich lebende Engländerin  ist ein neuer Star am Kochhimmel und eine sehr ideenreiche Persönlichkeit.

2011 eröffnete sie in ihrer Mini-Wohnung das kleinste Restaurant der Welt mit Platz für gerade zwei Gäste – mittlerweile aufgrund des zu großen Rummels wieder geschlossen. Man kann sie mittlerweile in ihrer eigenen Kochshow „The Little Paris Kitchen – Cooking with Rachel Khoo“  auf BBC erleben und jetzt bei uns auf RTL Living.

Dieses Buch enthält beim ersten Durchblättern keine wirklich „neuen“ Rezepte, sondern viele bekannte Klassiker der französischen Küche. Das Außergewöhnliche daran und der Grund, warum ich es unter den Favoriten präsentiere, liegt an ihrer humorvoll-frechen aber für manche Puristen vielleicht fast respektlosen Interpretation der Rezepte. Der berühmte Coq au vin wird „aufgespiesst“ anstatt in dem Schmortopf zu landen, der Pot-au-feu flirtet mit einer Fajita anstatt brav in seinem eigenen Sud und Revier zu bleiben und der Croque-Monsieur wird als Muffin serviert.

Und das Verrückte dabei ist, dass alle Rezepte in ihrer winzigen Pariser Küche und auf zwei Kochplatten – also in Studentenverhältnissen – entstanden sind. Sie musste also improvisieren und die französische Hausmannskost zeitgemäßer, zugänglicher und einfacher machen. Und ja, „fabelhaft“  trifft genau zu: So kann man die Aufmachung dieses Buches und die ganze Erscheinung der  jungen Köchin bezeichnen.

 

PatisserieEs heißt, dass das Süße zum Schluss eines guten Essens nicht fehlen darf. Passend zum Thema „Klassiker der französischen Küche“ möchte ich Ihnen das Buch „Die hohe Schule der Patisserie“ von Christophe Felder empfehlen.

Der dicke Band in Pinkfarbe mit schwarzer Schrift war auch in den Regalen des Christina Verlags kaum zu übersehen. Christophe Felder, einst der Meister der süßen Kunst führt uns in seinem Buch Schritt für Schritt, in Text und Bild, in die Geheimnisse von Pralinen, Petits fours, klassischen Torten wie Paris Brest und Opéra und Gebäck ein.

Und er vermittelt das Gefühl, Schulter an Schulter mit dem Meister, ganz leicht diese Köstlichkeiten nachzaubern zu können. Ein ausführliches Buch für alle, die die Kunst der französischen Patisserie zu Hause in der eigenen Küche lernen möchten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen neue Inspiration schenken. In Ihrer Buchhandlung haben Sie des Weiteren die Möglichkeit, in den neuen Kochbüchern zu stöbern und neben diesen Empfehlungen Ihre persönlichen Lieblinge zu entdecken.

Alle Informationen auf einem Blick

Matt Wilkinson: Gemüse-Kochbuch: Rezepte für alle Jahreszeiten, Dorling Kindersley Verlag 2012, ISBN: 978-3-8310-2197-0

Tim Mälzer: Green Box, Mosaik Verlag 2012,
ISBN: 978-3-442-39243-8

Rachel Khoo: Paris in meiner Küche: 120 fabelhafte Rezepte für jeden Tag, Dorling Kindersley Verlag 2012, ISBN: 978-3-8310-2260-1

Christian Feder: Die hohe Schule der Patisserie, Christian Verlag 2012, ISBN: 978-3-86244-179-2

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